
Bitcoin fiel am 1. Dezember um 6%, das größte monatliche Minus seit vier Jahren abgeschlossen. Wir analysieren die Ursachen des Rückgangs, Chinas Einfluss, die Marktreaktion und die Folgen für Investoren.
Am Montag, dem 1. Dezember 2025, erlebte Bitcoin einen der größten eintägigen Rückgänge seit geraumer Zeit. Während des Handels fiel der Preis der ersten Kryptowährung um etwa 6% und erreichte rund 84.000 USD, um anschließend wieder über 90.000 USD zu steigen. Der massive Verkaufsdruck ereignete sich im Kontext einer erheblichen Liquidation von Long-Positionen Anleger: Innerhalb von 24 Stunden wurden Geschäfte im Wert von etwa 1 Milliarde USD geschlossen, was den Rückgang des Marktes verschärfte.
- Chinas Einfluss: Die Volksbank von China bestätigte den illegalen Status von Kryptowährungen und erklärte, dass sie „nicht den gleichen rechtlichen Status wie Fiat-Währungen besitzen“ und alle damit verbundenen Transaktionen als illegale Finanzaktivitäten angesehen werden.
- Liquidation von Long-Positionen: Viele Trader hatten am Wochenende Long-Positionen eröffnet, und beim Handelsstart führten algorithmische Stop-Orders zu einer Kettenliquidation von Geschäften, was den Rückgang verstärkte.
- Rückzug von riskanten Anlagen: In einem zunehmend pessimistischen globalen Markt begannen Investoren massenhaft aus riskanten Anlagen auszusteigen, was in Kombination mit den oben genannten Faktoren den Druck auf Kryptowährungen verstärkte.
Oktoberrekord und November zurückgang
Anfang Oktober 2025 erreichte Bitcoin sein historisches Höchsthoch von etwa 126.000 USD. Allerdings fiel die erste Kryptowährung bis Ende November um etwa 18.000 USD im Monat, was den größten monatlichen Rückgang seit 2021 darstellt. Zusammen mit dem Rückgang im Dezember bedeutet dies, dass der Preis von Bitcoin innerhalb von zwei Monaten um fast 30% gesunken ist.
China und der illegale Status von Kryptowährungen
Am 28. November betonte die Volksbank von China in einem offiziellen Treffen erneut das Verbot von Kryptowährungen: „Virtuelle Währungen besitzen nicht den gleichen rechtlichen Status wie Fiat-Währungen und können nicht als gesetzliches Zahlungsmittel verwendet werden“, und die damit verbundenen Aktivitäten werden als illegale Finanzaktivitäten angesehen. Eine solche Erklärung der chinesischen Regulierungsbehörden verstärkte die Bedenken der Investoren und wurde zu einem der Katalysatoren für den Verkaufsdruck.
Institutionelle und investitionstechnische Faktoren
Im Herbst 2025 hatte der Kryptowährungsmarkt aufgrund institutioneller Ereignisse unter Druck gestanden. Binnen sechs Wochen wurden etwa 1 Billion USD aus Kryptowährungen abgezogen, hauptsächlich durch Gewinnmitnahmen der Investoren vor dem Hintergrund der Marktkorrektur. Ein zusätzlicher Schock für den Markt wurde durch die Meldung von MSCI, einem Anbieter von Indexprodukten, verursacht, der plant, Unternehmen auszuschließen, bei denen mehr als 50% der Vermögenswerte in Kryptowährungen sind. Dies schürte Bedenken über zukünftige erzwungene Verkaufswellen von Unternehmens-Kryptowährungsportfolios und verstärkte den Pessimismus unter großen Investoren.
Globaler Kontext: Fed und Weltmärkte
Der Rückgang des Interesses an Kryptowährungen wurde auch durch die allgemeine makroökonomische Verlangsamung beeinflusst. Die Erwartung einer Straffung der Geldpolitik in den USA (einschließlich der Annahme, dass die Fed den Zinssatz im Dezember nicht senken könnte) führte dazu, dass Investoren riskante Positionen reduzierten. Dies fiel zusammen mit einer Korrektur im Technologiesektor und dem Rückgang der Aktienindizes – beispielsweise fielen die weltweiten Aktienindizes Anfang Dezember um einige Zehntelprozent, was den allgemeinen „Risk-Off“-Trend widerspiegelt. Eine solche Marktdynamik verstärkte den Druck auf den Bitcoin-Kurs und andere Kryptowährungen.
Andere Kryptowährungen und Marktstimmungen
Ähnliche Verkaufswellen betrafen auch andere führende Kryptowährungen. Ethereum verlor beispielsweise im November über 20% seines Wertes und fiel am 1. Dezember um nahezu 9%. Analysten stellen fest, dass die meisten Altcoins unter den Top 10 im gleichen Zeitraum im Durchschnitt um 5–8% gesunken sind. Der Angst- und Gier-Index im Kryptomarkt fiel auf 24 Punkte von 100 – in den Bereich „extreme Angst“, was auf eine panische Stimmung unter den Marktteilnehmern hinweist.
Analystenmeinungen und Prognosen
- David Damadze (Kryptobörse ABCEX) ist der Ansicht, dass der Bitcoin-Kurs im Dezember im Bereich von 80.000 bis 90.000 USD verbleiben wird.
- Alexander Kraiko (Cifra Markets) prognostiziert eine Erholung auf 98.000–102.000 USD in den nächsten 1–2 Monaten, warnt jedoch, dass vieles von der Entscheidung von MSCI zu Unternehmen mit großen Krypto-Assets abhängen wird.
- Yuri Brisov (Digital & Analogue Partners) stellt fest, dass viele Faktoren (Politik der Fed, Interesse der Investoren, regulatorische Maßnahmen) den Bitcoin beeinflussen, weshalb exakte Prognosen in der aktuellen Situation an Bedeutung verlieren.
Insgesamt bleibt die Stimmung pessimistisch, und selbst im Fall eines kurzfristigen Anstiegs im Dezember könnte es zu einer neuen Welle des Rückgangs zu Beginn des Jahres 2026 kommen, angesichts der anhaltenden makroökonomischen und regulatorischen Risiken.