
Wichtige wirtschaftliche Ereignisse und Unternehmensberichte für Donnerstag, den 15. Januar 2026: BIP von Großbritannien und Deutschland, EZB-Bericht, US-Daten und die Berichte der größten börsennotierten Unternehmen der Welt. Analytische Übersicht für Investoren.
Am Donnerstag, den 15. Januar 2026, bleiben die globalen Märkte im Fokus der Anleger: Es wird eine Reihe wichtiger wirtschaftlicher Veröffentlichungen und Unternehmensberichte erwartet. Laut Reuters haben die wichtigsten Aktienindizes Rekordhöhen erreicht, da die Markteilnehmer geopolitische Risiken und Volatilität auf den Edelmetallmärkten ignorierten. Daten wie der Produzentenpreisindex (PPI) in den USA könnten jedoch die Erwartungen an die US-Notenbank hinsichtlich der Zinsentwicklung beeinflussen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die entscheidenden Ereignisse und Berichte für den 15. Januar 2026.
Wirtschaftskalender (MSK):
- 10:00 – Großbritannien: BIP (November 2025).
- 12:00 – Eurozone: Wirtschaftsbericht der EZB.
- 12:00 – Deutschland: BIP für 2025 (Pressekonferenz).
- 13:00 – Eurozone: Industrieproduktion (November 2025).
- 13:00 – Eurozone: Außenhandelsbilanz (November 2025).
- 16:30 – USA: Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
- 16:30 – USA: Empire Geschäftsindex (Januar).
- 16:30 – USA: Philadelphia Fed Geschäftsindex (Januar).
- 18:30 – USA: Wöchentlicher Gasvorratsbericht (EIA).
Großbritannien: BIP (November)
Um 10:00 Uhr MSK wird das britische Nationalstatistikamt (ONS) vorläufige Daten zum BIP-Wachstum für November 2025 veröffentlichen. Diese Kennzahl wird Aufschluss darüber geben, ob die wirtschaftliche Abschwächung nach schwachen Herbstzahlen anhält. Investoren werden die Zahlen mit den Prognosen von Ökonomen vergleichen: Ein niedrigeres als erwartetes BIP-Wachstum könnte die Sorgen um eine Stagnation in der britischen Wirtschaft verstärken und das Pfund schwächen, während ein besser als erwartetes Wachstum den Optimismus unterstützen könnte.
Eurozone: EZB-Bericht, Industrie und Handel
Um 12:00 Uhr MSK wird die Europäische Zentralbank ihren Wirtschaftsbericht für Februar (Ausgabe 8, 2026) veröffentlichen, der neue makroökonomische Prognosen und eine Bewertung der Inflation für die Eurozone enthält. Gleichzeitig wird Eurostat die Daten zur Industrieproduktion und Außenhandelsbilanz für November 2025 bekanntgeben. Ein beschleunigtes Produktionswachstum und ein Handelsüberschuss würden auf eine Belebung der Nachfrage in der EU-Wirtschaft hindeuten, während ein unerwarteter Rückgang auf anhaltende Schwäche hindeuten würde. Alle diese Zahlen sind wichtig für das Verständnis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der größten Region Europas vor der Winterperiode.
Deutschland: BIP 2025
Um 12:00 Uhr MSK wird das Statistische Bundesamt (Destatis) eine Pressekonferenz abhalten, um den vorläufigen Wert des jährlichen BIP für Deutschland im Jahr 2025 bekanntzugeben. Diese Kennzahl ist entscheidend für die größte Volkswirtschaft Europas. Sollte das tatsächliche Wachstum schwächer als erwartet ausfallen, könnte dies den Druck auf den Euro erhöhen und die Vorsicht der Anleger steigern. Ein stärker als prognostiziertes Ergebnis würde den Euro nach oben treiben und die Risikobereitschaft in der Region stärken.
USA: Arbeitslosigkeit und Indizes von Empire/Philadelphia
Um 16:30 Uhr MSK wird das US-Arbeitsministerium den wöchentlichen Bericht über Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlichen. Ein niedriger Wert dieses Indikators würde auf einen „gesunden“ Arbeitsmarkt hinweisen, während ein drastischer Anstieg auf eine mögliche Verschlechterung der Situation hindeutet. Gleichzeitig werden die regionalen Indizes der Geschäftstätigkeit Empire (Bundesstaat New York) und Philadelphia Fed veröffentlicht. Ein Wert über 50 Punkten zeigt eine Expansion der Industrie an, während ein Wert darunter auf eine Schrumpfung hinweist. Die Entwicklung dieser Daten wird einen Eindruck von der Geschäftsstimmung zu Beginn des Jahres vermitteln.
Um 18:30 Uhr MSK wird die US-Energieinformationsbehörde (EIA) den Wochenbericht über die Gasvorräte veröffentlichen. Der Vorratsstand hat einen Einfluss auf die Energiepreise: Ein Rückgang der Vorräte führt normalerweise zu einem Anstieg der Gaspreise, während ein Anstieg der Vorräte die Kraftstoffkosten senkt. Investoren beobachten diese Statistik genau, um die Auswirkungen auf den Energiesektor und das allgemeine Inflationsniveau zu bewerten.
Unternehmensberichte: vor Markteröffnung (BMO)
- Amphenol (APH): Hersteller von elektrischen Steckverbindern für die Luftfahrt und Automobilindustrie. Investoren werden das Umsatzwachstum aus der Nachfrage in diesen Sektoren bewerten. Eine entscheidende Frage bleibt die Entwicklung der operativen Margen, da steigende Kosten die Gewinne belasten könnten.
- GE Vernova (GEV): Energiesparte von General Electric. Der Bericht wird Aufschluss über die Nachfrage nach Turbinen und Ausrüstung für traditionelle und „grüne“ Energie geben. Ein Anstieg bei den Aufträgen für Industrieanlagen würde auf eine Belebung der Infrastrukturinvestitionen hinweisen.
- BlackRock (BLK): Größter Vermögensverwalter weltweit. Investoren interessieren sich für die Nettomittelzuflüsse in Fonds: Zuflüsse in Aktien zeigen risikofreudigen Optimismus, während Zuflüsse in Anleihen auf Vorsicht hinweisen. Veränderungen des verwalteten Vermögens geben Hinweise auf die Stimmung am Markt.
- Goldman Sachs (GS): Eine der „Big Four“ Investmentbanken in den USA. Der Schwerpunkt liegt auf den Provisionsrenditen aus Transaktionen und Investment Banking. Auch die Entwicklung der Nettozinseinkünfte vor dem Hintergrund hoher Zinsen ist wichtig: Ein Anstieg könnte den Gewinn der Bank erheblich steigern.
- Morgan Stanley (MS): Eine große Investmentbank. Investoren werden die Ergebnisse des Brokerage- und Handelsgeschäfts analysieren: Die Marktvolatilität zum Jahresende könnte der Bank zusätzliche Einnahmen beschert haben. Der Anstieg der Zinsen hat ebenfalls Auswirkungen auf die Nettozinseinkünfte. Prognosen zur Kreditaktivität und dem IPO-Markt sind wichtig zur Bewertung des Sektors.
- Taiwan Semiconductor (TSM): Führender weltweiter Hersteller von Mikrochips. Der Bericht von TSMC spiegelt die Nachfrage nach Halbleitern wider: Ein Anstieg der Bestellungen für Chips für Smartphones und Rechenzentren würde auf die Stabilität des Technologiesektors hinweisen, während schwache Ergebnisse auf eine Abkühlung der Nachfrage hinweisen.
Unternehmensberichte: nach Marktschluss (AMC)
Am Abend des 15. Januar sind keine bedeutenden Unternehmensberichte zu erwarten. Die meisten großen Unternehmen haben bereits Ergebnisse veröffentlicht oder die Veröffentlichungen auf die folgenden Tage verschoben. Daher werden die globalen Märkte nach der Schließung der wichtigsten Handelssitzungen hauptsächlich auf makroökonomische Nachrichten reagieren und nicht auf neue Unternehmensinformationen.
Globale Indizes: S&P 500, Euro Stoxx 50, Nikkei 225, MOEX
S&P 500 (USA): Der Markt erreicht weiterhin historische Höchststände. Am 15. Januar richten sich die Anlegeraugen auf die Inflationsdaten (PPI) und den Einzelhandelsverkauf. Mäßige PPI-Daten und starke Bankenberichte könnten die optimistische Stimmung stützen, während überraschend hohe Inflation Verkäufe auslösen könnte, da dies Sorgen über eine möglicherweise straffere Geldpolitik der Fed aufwirft.
Euro Stoxx 50 (Europa): Für die führenden europäischen Unternehmen gibt es an diesem Tag keine eigenen Treiber, daher reagiert der Index auf das globale Umfeld. Signale kommen aus den USA und China. Ein Anstieg der Exporte aus China und wachsender Nachfrage in den USA könnten den Industriesektor der EU unterstützen, während negative Statistiken die Risikobereitschaft dämpfen würden.
Nikkei 225 (Japan): Am 15. Januar sind in Tokio keine Berichte von Schlüsselunternehmen zu erwarten, daher orientiert sich der Markt an globalen Trends. Der Yen-Kurs beeinflusst nach wie vor die Exporteure: Eine Abwertung unterstützt die Gewinne der Hersteller, während eine Aufwertung das Wachstum der Aktien bremst. Nachrichten aus den USA und Asien werden die Stimmung der japanischen Investoren bestimmen.
MOEX (Russland): An der Moskauer Börse dominieren am 15. Januar die Energiepreise und der Rubelkurs. Da keine Berichte der größten Unternehmen veröffentlicht werden, werden starke makroökonomische Signale aus den USA und China (die Risiko unterstützen) die Rubelaktiva stimulieren, während negative Nachrichten das Marktwachstum begrenzen werden.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Kombination aus Makrodaten und Unternehmensberichten am 15. Januar eine Überprüfung des "Wohlbefindens" des Marktes darstellt. Besonders wichtig sind die Entwicklung der Inflation und des Handels: Ein schwacher PPI und positive Unternehmensberichte könnten den Optimismus stützen, während gegenteilige Signale eine Neubewertung der Risiken vor den bevorstehenden Entscheidungen der Fed und der EZB erforderlich machen.